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Bestand Brutvögel [Infografik]

Auf und Ab in der Vogelwelt

Nicht nur die Insekten in Deutschland sterben, auch viele Vogelarten sind dramatisch zurückgegangen. Eine Studie der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Bodensee unter Mitarbeit des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Konstanz hat ergeben, dass es unter den Vögeln rund um den Bodensee Verlierer und Gewinner gibt: Die meisten auf Wiesen, Feldern und in Siedlungen lebenden Arten sind zwischen 1980 und 2012 stark zurückgegangen, manche sind sogar komplett verschwunden. In Wäldern und Feuchtgebieten haben die Arten dagegen mehrheitlich zugenommen.

Dörfer und Städte sind Lebensraum vieler Vögel. Manche Arten wie Schwalben oder Mauersegler sind zum Nestbau auf menschliche Siedlungen sogar angewiesen. Die Lebensbedingungen sind für viele Vögel auch im Siedlungsbereich schlechter geworden. Die Hauptursachen im Verschwinden kleinbäuerlicher Betriebe, dem Verlust von Nistmöglichkeiten und Nahrungsmangel.

In den Wäldern rund um den Bodensee haben viele Vogelarten zugenommen. Vor allem Generalisten ohne besondere Ansprüche an ihren Lebensraum profitieren vom wachsenden Vorrat an Holz in unseren intensiv bewirtschafteten Wäldern. Spezialisten, die zum Beispiel auf Alt- oder Totholz angewiesen sind, nehmen dagegen ab oder sind bereits verschwunden. Hinzu kommt, dass der Anteil an Standvögeln im Wald besonders hoch ist – Arten also, die sich im Winter nicht auf die gefährliche Reise in Überwinterungsgebiete machen.

Die Agrarlandschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Dies hat massive Auswirkungen auf die dort lebenden Tiere und Pflanzen: Die meisten der auf Feldern und Wiesen lebenden Vogelarten sind zurückgegangen. Hauptgründe sind der Verlust von Ackerrandstreifen und Hecken, der Einsatz von Pestiziden, Überdüngung sowie zu frühe und zu häufige Mahden.

Ursachen für Rückgang (-) bzw. Zunahme (+)

Siedlung
(-) Rauchschwalbe: Verlust kleinbäuerlicher Betriebe, Verlust von Nistmöglichkeiten an Gebäuden
(-) Haussperling: Verlust von Nistmöglichkeiten an Gebäuden, Nahrungsmangel

Wiese und Feld
(-) Kiebitz: zu geringer Bruterfolg, zu frühe und viele Mahden, Intensivierung der Landwirtschaft
(-) Feldlerche: Intensivierung der Landwirtschaft
(-) Rebhuhn: fehlende Brachflächen, Hecken, Blühstreifen; Pestizide

Wald
(-) Waldlaubsänger: Probleme in Überwinterungsgebieten, Veränderung der Waldstruktur
(+) Buntspecht: Generalist, wachsender Holzvorrat

Wald, Wiese, Feld
(+) Rotmilan: kürzere Zugwege, mildere Winter

 

Die Grafiken sind Ausschnitte aus der Infografik des Magazins Max-Planck-Forschung 04/2019
Alle Grafiken: © MPG; Grafik: dpa

Weitere Hintergrundinformationen (mpg.de):
Vogelsterben am Bodensee
Das Vogelsterben in Deutschland geht weiter

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