Was Forscher für Deutschland vorraussagen

Der Klimawandel heizt uns ein

Der Klimawandel treibt die Temperaturen auf der Erde in die Höhe - auch in Deutschland. Bild vergrößern
Der Klimawandel treibt die Temperaturen auf der Erde in die Höhe - auch in Deutschland.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts war der schwedische Physiker und Chemiker Svante Arrhenius auf der richtigen Spur. Aufmerksam hatte er verfolgt, dass im Zeitalter der industriellen Revolution immer mehr Kohle verbrannt wurde. Für ihn war klar: Das dabei in die Atmosphäre entweichende Kohlendioxid (CO2) würde im Laufe der Zeit zu einer deutlichen Erwärmung der Erde führen. Arrhenius sah damals darin allerdings keinen Grund zur Sorge. Ganz im Gegenteil: „Der Anstieg des CO2 wird zukünftigen Menschen erlauben, unter einem wärmeren Himmel zu leben", so der Naturforscher.

Heute, mehr als 100 Jahre später, haben moderne Klimaforscher endgültig erkannt, dass Arrhenius mit seiner Theorie richtig lag - zumindest was die globale Erwärmung und die Rolle des CO2 im Klimasystem anbelangt. „Die Zeit für Zweifel ist vorbei", mit diesen Worten eröffnete Rajendra Pachauri, Vorsitzender des International Panel on Climate Change (IPCC) im November 2007 seine Präsentation zum vierten Weltklimabericht. „Das IPCC hat unzweifelhaft die Erwärmung für unser Klimasystem bestätigt und sie direkt mit der menschlichen Aktivität verknüpft." Tatsächlich steigt die "Fieberkurve" unseres Planeten: Um 0,74 °C hat sich die Erde in den vergangenen 100 Jahren erwärmt. Verantwortlich dafür ist laut IPCC vor allem der Anstieg des Kohlendioxid-Gehalts in der Atmosphäre von 280 ppm (parts per Million) im Jahr 1750 auf zurzeit 385 ppm.

Für die Zukunft halten die Wissenschaftler düsterere Prognosen bereit: Im günstigsten Fall steigen die Temperaturen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts weiter um 1,0 bis 2,7°C. Im Extremfall - bei ungebremst steigenden Treibhausgas-Emissionen - könnte die globale Erwärmung in diesem Zeitraum aber sogar Werte von 2,4 bis 6,4°C erreichen. Eisfreie Pole, ein gefährlicher Meeresspiegelanstieg und Jahrhundertsommer in Serie wären die Folge.

Da der Klimawandel nicht an Ländergrenzen halt macht, kommen auch auf Deutschland "heiße Zeiten" zu. Wie diese aussehen könnten und welche Regionen hierzulande dann besonders betroffen wären, haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg so präzise wie nie zuvor ermittelt. Im Auftrag des Umweltbundesamtes entwarfen die Forscher um Daniela Jacob mithilfe des Supercomputers am Deutschen Klimarechenzentrum drei Szenarien für mögliche Klimaänderungen in Deutschland bis zum Jahr 2100. Sie gingen dabei sowohl von eher niedrigen (B1-Szenario), mittleren (A1B-Szenario) als auch hohen Emissionsraten (A2-Szenario) von Treibhausgasen in der Zukunft aus.

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