Thematischer Hintergrund

Haften ohne Kleber – den Tricks des Geckos auf der Spur

Geckos kleben an senkrechten Wänden, Fliegen laufen an der Decke, Käfer hängen kopfüber an Pflanzen - die Natur hat im Laufe der Evolution eine enorme Vielfalt biologischer Haft- und Klebetricks entwickelt, deren Raffinesse immer wieder Erstaunen auslöst. Diese Konstruktionen sind oft genial einfach und bei maximaler Energie- und Materialausnutzung doch enorm effektiv.

Kein Wunder, dass Forscher seit einiger Zeit versuchen, hinter das Geheimnis der tierischen Haftkünstler zu kommen – und dieses Wissen auch für neue künstliche Materialien zu nutzen. „Sauber haften“ und „blitzschnell lösen ohne Kleberückstände“: Diese Vorgaben gilt es beim technischen Nachahmen der Natur zu erfüllen.

Mittlerweile haben Wissenschaftler in der Biomimetik bzw. Bionik bereits große Fortschritte gemacht. So existieren schon erste Prototypen einer Haftfolie, die ein Kleben ganz ohne Klebstoff auch unter Wasser ermöglicht. Das Vorbild für die pilzförmigen Noppen der mikrostrukturierten Oberfläche hat der Ampferblattkäfer geliefert. Folien mit solchen Eigenschaften könnten beispielsweise in der Medizin oder Meeres- und Biotechnologie Anwendung finden.

Die Beschäftigung mit dem Thema „Bionik“ im Unterricht gibt den Schülern einen ersten Einblick in einen spannenden Forschungsbereich, der in Zukunft noch viele neue Produkte für das alltägliche Leben der Menschen liefern könnte.

Am Beispiel des Geckos und seiner Haftricks lernen die Schüler aber auch die enorme Kreativität der Natur kennen. Sie sollen dabei realisieren, dass im Laufe von Jahrmillionen nahezu perfekte „Erfindungen“ aufgetreten sind, die von Wissenschaftlern nicht ohne Weiteres für technische Entwicklungen kopiert werden können.

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