Eine Frage des Klimas

Unzählige in der Luft schwebende Partikel beschäftigen derzeit die Gemeinde der Klimaforscher. Bisher galt: Schwebstoffe reflektieren das Sonnenlicht und kühlen die Atmosphäre ab, wirken also dem Treibhauseffekt entgegen. Doch jetzt wird immer klarer: So einfach ist das nicht. Denn so verschieden die Partikel, so unterschiedlich auch ihre Wirkung. Ruß z.B. schluckt das Sonnenlicht und wirkt wie ein Treibhausgas, heller Staub dagegen kann das Sonnenlicht ins Weltall zurückstrahlen.

Atmosphärenforscher am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz wollen die Auswirkung von Schwebstoffen auf das Klima genauer untersuchen. Eines ihrer Ziele: brennende Wälder in Südamerika und Asien. Mit ihrem Forschungsflugzeug fliegen sie durch die Abgaswolken und untersuchen, wie Partikel aus Ruß, Schwefelsäure oder Stickoxiden sich ausbreiten. Ihre Messungen werden ergänzt durch ein weitgefächertes Messnetz auf Schiffen und LKW. Dazu unter anderem: Laboranalysen im Verbrennungsofen und Untersuchungen mit einem Windkanal, unterstützt von Satellitenbildern. Neueste Erkenntnisse der Forscher: Selbst Schadstoffwolken aus China können das regionale Klima in Mitteleuropa noch beeinflussen.

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