Klimaprognosen für Europa in der Mitte des 21. Jahrhunderts

Wie wird das Klima in Europa 2050 aussehen? Diese Frage ist eng verknüpft mit der globalen Erwärmung als Folge menschlicher Aktivitäten wie der Verbrennung fossiler Energieträger (Öl, Erdgas, Kohle). Dadurch erhöhen sich die Konzentrationen atmosphärischer Treibhausgase wie des Kohlendioxids, aber auch anderer Spurenstoffe, die in Partikelform (z.B. als Sulfataerosole) einen Teil des Sonnenlichtes reflektieren und damit dem anthropogenen Treibhauseffekt entgegenwirken.

Mithilfe von Computersimulationen können die Folgen für das Klima der Erde abgeschätzt werden. Globale Klimamodelle beschreiben die Wechselwirkung zwischen den physikalischen Prozessen in Atmosphäre, Ozean, Meereis und Landoberflächen quantitativ. Sie benötigen als Eingabeparameter u.a. die Konzentrationen der wichtigsten langlebigen Treibhausgase; die Konzentrationen kurzlebiger Aerosole, die eng mit internen Prozessen wie Wolken- und Niederschlagsbildung verbunden sind, werden in der Regel innerhalb des Klimamodells berechnet.

Mit einem am Max-Planck-Institut für Meteorologie entwickelten Modell wurde das Klima von 1860 bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts simuliert. Dabei wurden die wichtigsten Treibhausgase und Sulfat-Aerosole berücksichtigt, inklusive deren Einfluss auf die Wolkenbildung. Für die Vergangenheit (1860 bis heute) wurden die beobachteten Konzentrationen bzw. Emissionen vorgeschrieben, für die Zukunft nahmen die Wissenschaftler an, dass sich die heute beobachteten Trends unvermindert fortsetzen.

In dieser Simulation wird eine globale Erwärmung seit Ende des 19. Jahrhunderts bis heute von etwa 0.7°C berechnet. Dieser Wert liegt innerhalb des Bereichs verschiedener Abschätzungen aufgrund von Temperaturmessungen (0.4 bis 0.8 °C). Die globale Erwärmung bis zur Mitte des nächsten Jahrhunderts, d.h. die Differenz der Dekadenmittel (2040 bis 2049) minus (1990 bis 1999) liegt bei etwa 0.9°C. Die Erwärmung der Kontinente ist mit 1.4°C etwa doppelt so groß wie die der Ozeane.

Die globale Erwärmung hat eine Zunahme des atmosphärischen Wasserdampfs zur Folge sowie einen verstärkten Wasserdampftransport von den Ozeanen zu den Kontinenten und damit eine Zunahme des Niederschlags über den Landgebieten. Regional sind die Niederschlagsänderungen jedoch sehr verschieden. Dabei fällt generell mehr Niederschlag in hohen Breiten und in Teilen der Tropen, während die regenärmeren Subtropen noch weiter austrocknen. Damit vergrößern sich die Unterschiede zwischen den feuchten und trockenen Klimaten auf der Erde.

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