El Niño und La Niña

Verschiebung der Wetterphänomene

Vergleich dervorhergesagten zu den tasächlich gemessenen Werten während der El Niño-Phase von 1997. Bild vergrößern
Vergleich dervorhergesagten zu den tasächlich gemessenen Werten während der El Niño-Phase von 1997.

Mit mathematischen Näherungen – statt mit exakten Lösungen – müssen die Wissenschaftler auch an anderer Stelle arbeiten. Da von der Temperatur über das Pflanzenwachstum bis hin zur Wolkenbildung oder dem Kohlendioxidgehalt der Luft schier unendlich viele Faktoren das Klima bestimmen, können die Forscher in ihren Berechnungen nur die wichtigsten berücksichtigen.

Um die Güte der unterschiedlichen Klimamodelle beurteilen zu können, berechnen sie Klimaszenarien der Vergangenheit und vergleichen die Ergebnisse mit den tatsächlichen Beobachtungsdaten. Nur bei ausreichender Übereinstimmung können sie sicher sein, dass ihr Computermodell auch gut genug für die Prognose zukünftiger Klimaszenarien ist.

Auf diese Weise erhielten Mojib Latif und seine Kollegen gleichfalls ein detailliertes Klimamodell für Europa. Da sie sich dabei auf einen Erdteil beschränkten, konnten sie eine höhere räumliche Auflösung wählen als bei ihrem globalen Modell. Die hohe Qualität ihrer Simulationen bewiesen die Forscher, indem sie das europäische Klima der letzten 100 Jahre berechneten. „Wir konnten wichtige Klimabeobachtungen des vergangenen Jahrhunderts korrekt reproduzieren, auch zurückliegende El Niño-Ereignisse,“ berichtet Latif. Die Hamburger Wissenschaftler konnten erstmals feststellen, wie El Niño das Wetter in verschiedenen Teilen Europas beeinflusst.

Das Ergebnis: El Niño führt zu einer leichten Verschiebung charakteristischer Wetterphänomene. So wandern die meisten Tiefdruckgebiete normalerweise über den nördlichen Teil unseres Kontinents. Während eines El Niño-Ereignisses verschiebt sich ihre Route dagegen nach Süden. In Skandinavien und England regnet es folglich weniger, im Mittelmeerraum dagegen mehr als in anderen Jahren. Im Vergleich zu den Wetterveränderungen beiderseits des Pazifiks sind diese Effekte allerdings gering.

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