Gefährliche Vulkane: Der Colima und der Popocatepetl in Mexiko

In die Liste der aktiven Vulkane werden jene Vulkane aufgenommen, von denen man Eruptionen während der letzten 10.000 Jahre – also einer geologisch kurzen Zeitspanne – nachweisen kann. Dies sind heute etwa 1400. Bei einem Großteil handelt es sich um „schlafende“ Vulkane, deren Tätigkeit jedoch jederzeit wieder aufleben kann. Im Durchschnitt eines Jahres sind immer ungefähr 50 bis 60 Vulkane aktiv.

Der aktivste und zugleich gefährlichste Vulkan Mexikos, der 3860 Meter hohe Colima, auch bekannt unter dem Namen „Volca de Fuego" (Feuervulkan) ist alleine in den vergangenen 500 Jahren mehr als 30 Mal ausgebrochen. Der Vulkan liegt 450 Kilometer westlich von Mexiko City in der Nähe der Pazifikküste. Rund 300.000 Menschen leben im 40-Kilometer-Umkreis des Vulkans. Der letzte große Ausbruch ereignete sich im Januar 1913. Im Februar 1999 überraschte der Colima Experten nach vier Jahren der Ruhe mit einer erneuten Eruption.

Der Popocatépetl nahe der 20 Millionen-Einwohner-Stadt Mexiko-City ist mit 5426 Metern Nordamerikas zweit höchster Vulkan. Sein Name stammt aus dem Aztekischen und bedeutet "Rauchender Berg". Bevölkerungswachstum und Bevölkerungsdruck gerade in den Entwicklungsländern haben auch Hochrisikovulkane zu dicht besiedelten Gebieten gemacht. Insgesamt leben in der Region um den Berg über 40 Millionen Menschen auf engstem Raum. Damit ist dies eines der weltweit am dichtesten besiedelten Ballungszentren um einen Vulkan.

Der Popocatépetl ist immer noch aktiv: In regelmäßigen Abständen speit er Asche und glühende Gesteinsbrocken in spektakulären Explosionen aus. Doch so dramatisch das aussieht – die augenblickliche Gefahr geht weniger von der vulkanischen Tätigkeit aus, die zur Zeit auf die nähere Umgebung des Kraters beschränkt ist, als von der Tatsache, dass durch die starke Hitzeentwicklung die Gletscherkappe des Vulkans abzuschmelzen droht und als Folge Lahare, also Schlammströme ausgelöst werden.

Das Wort “Lahar“ kommt aus dem Indonesischen. Lahare sind eine tödliche Mischung aus Gesteinsschutt und Wasser, die sich die Vulkanhänge hinabwälzen. Sie bilden sich, wenn bei einem Ausbruch Schnee und Eis schnell schmelzen, wenn heftiger Regen auf frische Ascheablagerungen fällt oder wenn ein Kratersee überläuft, und sie gehören mit zum Verheerendsten, was ein Vulkanausbruch anrichten kann. Solche Schlammströme suchen sich ihren Weg durch Flusstäler bis in weite Entfernung vom eigentlichen Vulkan und sind eine tödliche Gefahr für die Menschen.

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