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Klima auf der Kippe

Messungen der Durchschnittstemperatur der nördlichen Hemisphäre während der letzten 1000 Jahre zeigen einen Temperaturanstieg zum Ende des 20. Jh. Bild vergrößern
Messungen der Durchschnittstemperatur der nördlichen Hemisphäre während der letzten 1000 Jahre zeigen einen Temperaturanstieg zum Ende des 20. Jh.

Zwei Parameter machen den Einfluss des Menschen aus: Zum einen die stetig wachsende Bevölkerung, die inzwischen die sechs Milliarden-Grenze überschritten hat. Zum anderen der Verbrauch an natürlichen Ressourcen. Etwa 50 Prozent der Landfläche sind durch den Menschen verändert worden, mit signifikanten Folgen für die natürliche Vegetation und Artenvielfalt, die Bodenstruktur und -biologie sowie das Klima.

Mehr als die Hälfte des globalen Süßwassers wird für menschliche Bedürfnisse eingesetzt. Die industrielle Fixierung von Stickstoff übersteigt mittlerweile die natürliche Stickstoff-Fixierung. Die Konzentration der Klima-relevanten Gase nimmt zu. Seit Beginn der Industrialisierung hat sich die Konzentration an Kohlendioxid in der Atmosphäre um ein Drittel erhöht. Große Mengen Kohlendioxid entstehen insbesondere durch die Verbrennung von Öl, Gas und Kohle, die allesamt Kohlenstoff beinhalten.

Tatsächlich betrüge die durchschnittliche Temperatur auf der Erde lediglich Minus 18°C, würden nicht Wasserdampf, Kohlendioxid und Spurengase in der Troposphäre einen Teil der vom Boden abgegebenen Wärmestrahlung absorbieren und wieder reflektieren. Die Wissenschaftler bezeichnen das als natürlichen Treibhauseffekt, denn wie die Glasscheiben eines Treibhauses fängt die Schicht der Klimagase Sonnenenergie ein, indem sie das Sonnenlicht durchlässt und die Infrarot-, also Wärmestrahlung zurückhält.

Mit zunehmender Menge an Treibhausgasen verlässt bei konstanter Bodentemperatur jedoch immer weniger Energie in Form von Wärmestrahlung die Erde in den Weltraum. Dadurch erhöht sich die Temperatur des Bodens und der unteren Atmosphäre: Schon heute liegt die globale Mitteltemperatur um etwa 0,75°C höher als noch im 19. Jahrhundert. An diesem anthropogenen, also vom Menschen verursachten Treibhauseffekt ist Kohlendioxid mit fast 60 Prozent beteiligt, daneben sind es Methan mit knapp 20 Prozent, halogenierte Kohlenwasserstoffe mit 15 Prozent und Distickstoffoxid mit 5 Prozent.

Nach Berechnungen von Klimaforschern könnte bei weiter steigendem Kohlendioxid-Ausstoß die mittlere Temperatur der Erdatmosphäre bis zum Jahr 2050 um bis zu 2,5°C ansteigen – mit verheerenden Folgen für den Wasserkreislauf und für das Klima in bestimmten Regionen: So könnte es zu einem Abschmelzen der Gletscher und einem Anstieg des Meeresspiegels sowie Überschwemmungen und schweren Stürmen kommen, die weite Landstriche verwüsten.

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