Die Chronologie der Klimakonferenzen

1992: UN-Konferenz zu „Umwelt und Entwicklung“ in Rio de Janeiro (Brasilien)

Bei der UN-Konferenz Umwelt und Entwicklung (United Nations Conference on Environment and Development, UNCED) in Rio de Janeiro unterzeichnen die Staats- und Regierungschefs von 150 Staaten die so genannte „Klimarahmenkonvention“. Die Rio-Konferenz trägt damit entscheidend dazu bei, dass Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung in vielen Ländern der Welt heute einen festen Platz in der Gestaltung und Umsetzung ihrer Politik gefunden haben. Das Übereinkommen ist seit 1994 in Kraft und hat derzeit 165 Vertragsstaaten. Die Konvention identifiziert den Klimawandel als ernsthaftes Problem und verpflichtet die Staatengemeinschaft ihm entgegenzuwirken: „Das Endziel dieses Übereinkommens [...] ist es, [...] die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf einem Niveau zu erreichen, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird. Ein solches Niveau sollte innerhalb eines Zeitraums erreicht werden, der ausreicht, damit sich die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können, die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird und die wirtschaftliche Entwicklung auf nachhaltige Weise fortgeführt werden kann.“ (Artikel 2 der Konvention)

Die Teilnehmer versprechen, Vorschläge zu erarbeiten für die immer bedrohlicher werdenden globalen Umweltkrisen. Beraten wird auch, wie man die anhaltenden Entwicklungsprobleme vieler Länder des Südens in den Griff bekommen kann. Man sucht nach Lösungen, die gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich, sozial gerecht und umweltverträglich sind. Die Konferenz, auf der „nachhaltige Entwicklung“ zum internationalen Leitbild erklärt wird, mündet in einer Reihe wichtiger Vereinbarungen: der Rio-Erklärung mit den Rio-Prinzipien, dem globalen Aktionsprogramm „Agenda 21“, den Konventionen zum Klimaschutz, zum Erhalt der Biodiversität und zur Desertifikationsbekämpfung sowie den Waldprinzipien. Der „Erdgipfel“ beschwört die Vision einer „Globalen Partnerschaft“ nicht nur zwischen Umwelt und industrieller Entwicklung, sondern auch zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern und schärft das Bewusstsein für eine zukünftige Entwicklung, die nicht länger die Umwelt und damit die Lebensgrundlagen zerstört sowie Hunger und Armut insbesondere in den Entwicklungsländern hervorruft.

1995: 1. Vertragsstaatenkonferenz in Berlin (Deutschland)

Bei der ersten Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention (VSK) in Berlin beschließen die teilnehmenden Staaten, genaue Ziele für den Abbau von Treibhausgasemissionen zu erarbeiten und den dafür notwendigen Zeitrahmen festzulegen.

1996: 2. Vertragsstaatenkonferenz in Genf (Schweiz)

Die zweite UN-Klimakonferenz der Vertragsstaaten endet mit der „Genfer Erklärung“. Die Mehrheit der Teilnehmer erkennt die alarmierenden Ergebnisse einer Studie an, die kurz zuvor der UN-Klimarat IPCC (The Intergovernmental Panel on Climate Change) veröffentlicht hat. Konkrete Vereinbarungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen können aber nicht getroffen werden.

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