Neue Wege in der Energieversorgung

Ob die weltweiten Kohle-, Öl- oder Gasvorräte noch 10, 15 oder 100 Jahre reichen - das scheint keiner so genau zu wissen. Fragt man drei Experten, erhält man fünf verschiedene Antworten. Fest steht nur, dass die fossilen Energievorräte der Erde irgendwann verbraucht sein werden, und zwar nicht in ein paar tausend Jahren, sondern in absehbarer Zukunft. Vor allem, wenn der weltweite Energieverbrauch weiter in die Höhe schnellt wie in jüngster Vergangenheit zum Beispiel in China. Hier hat das anhaltende Wirtschaftswachstum in kürzester Zeit zu einem immensen Erdölverbrauch geführt: Etwa fünf Millionen Barrel Rohöl am Tag benötigten die Chinesen 2003 und haben damit die Japaner vom zweiten Platz der weltweiten Rangliste der Ölverbraucher verdrängt. Unangefochten an der Spitze liegen allerdings nach wie vor die US-Amerikaner mit etwa 20 Millionen Barrel Rohölverbrauch am Tag (weltweit werden täglich rund 80 Millionen Barrel Rohöl gefördert). Aber schon 2004, so schätzt die Internationale Energieagentur (IEA), wird Chinas Ölverbrauch um 20 Prozent auf täglich knapp sechs Millionen Barrel steigen, 2005 sogar auf fast neun Millionen Barrel. Damit würde sich der Ölverbrauch in China innerhalb von zwei Jahren fast verdoppeln!

Je mehr Öl verbraucht wird, umso mehr wird auch die Umwelt belastet. Ein Sachverhalt, den die Mehrheit der Energieverbraucher akzeptiert, ohne viel darüber nachzudenken. Die Tatsache, dass sich die weltgrößten Öl- und Gasreserven in politischen Krisengebieten befinden, allen voran der Nahe Osten, führt dagegen in der westlichen Welt zu heftigen Diskussionen. Es gibt also mehrere Gründe, nach Alternativen zu Kohle, Erdöl und Erdgas zu suchen. Wasserstoff ist eine Alternative. Als bedeutsame Komponente für eine nachhaltige und deshalb zukunftsfähige Energieversorgung eignet er sich allerdings nur, wenn er nicht – wie heute vielfach noch üblich – mit Hilfe fossiler Rohstoffe produziert wird, sondern beispielsweise mit Sonnenenergie (siehe auch "Nur eine "saubere" Wasserstoffwirtschaft schont das Weltklima").

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