Tiefdruckgebiet

Ein Tiefdruckgebiet ist ein Gebiet mit niedrigem Luftdruck im Vergleich mit benachbarten anders beschaffenen Luftmassen. Die Luftströmung innerhalb eines T. ist nach oben gerichtet; in den unteren Schichten fließt daher Luft in das T. ein, und zwar auf der Nordhalbkugel in dem Uhrzeigersinn entgegengesetzter Richtung. Als Folge dieser Konvergenz, also dieses Zusammenströmens der Luft in den Kern des T., steigen die Luftmassen auf, wobei sich Wolken bilden, was zu trübem Wetter, oft verbunden mit Niederschlägen, führt.

Die meisten T. der gemäßigten Breiten entstehen als dynamische T. aus einer wellenförmigen Deformation der Polarfront, wobei sich vor der nach Norden vorstoßenden Warmluft eine Warmfront, westlich davon vor der nach Süden vordringenden Kaltluft eine Kaltfront ausbildet. Gleichzeitig erniedrigt sich der Luftdruck weiter, bis die Zyklone den Höhepunkt ihrer Entwicklung mit ausgeprägtem Warmluftsektor erreicht hat und der Alterungsprozess beginnt: Da sich die Kaltfront schneller bewegt als die Warmfront, wird in der Folge der zwischen beiden liegende Warmluftsektor immer mehr eingeengt und die Warmluft schließlich vom Boden abgehoben; aus Kalt- und Warmfront ist eine Okklusion entstanden. Dieser hier dargelegte Lebenslauf einer [Ideal-]Zyklone beschreibt die klassische Polarfronttheorie.

Die T. bevorzugen bei ihrer meist von Westen nach Osten gerichteten Wanderung bestimmte Zugstraßen, von denen allein fünf über Europa hinweg verlaufen.

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