Punktmutation

Gen- oder Punktmutation betreffen einzelne Gene; am DNA-Molekül werden wenige oder nur ein Basenpaar verändert. Die Häufigkeit von Mutationen wird durch mehrere Faktoren beeinflusst: Temperaturerhöhung vergrößert die Mutationsrate. Chemikalien lösen – soweit man ihre Wirkung versteht – meist Punktmutation aus, indem sie die Basenfolge des DNA-Strangs stören. Ultraviolettes Licht wirkt bei vielzelligen Organismen nur auf die äußeren Zellschichten. Ionisierende Strahlen (Höhenstrahlung, Strahlung radioaktiver Elemente oder Röntgenstrahlung) dringen tiefer ein. Der Mutationseffekt hängt von der Dosis (Maß für die einem Körper zugeführte Strahlungsmenge) ab. Bei kleineren Dosen, die nicht sofort den Körper schädigen, summieren sich die einzelnen Treffer im Erbgut unabhängig von schon vorhandenen Veränderung. Der Einfluss der aufgezählten Mutagene auf die Mutationsrate ist nicht leicht abzuschätzen, weil viele Mutationen spät, manchmal erst nach Generationen erkannt werden und weil winzige und daher unauffällige Änderungen eines Merkmals schwer zu erfassen sind. Aus dem Vorrat der Mutanten erhält die Evolution jedoch auch ständig Nachschub für die Selektion der am besten an die Umwelt angepassten Lebewesen.

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