Meteorit

Ein Meteorit ist ein kleiner Festkörper außerirdischen Ursprungs (Meteoroide), der in die Erdatmosphäre eindringt, dort die als Meteor bezeichnete Leuchterscheinung hervorruft und bis zur Erdoberfläche gelangt. Die meisten Meteoroiden sind wahrscheinlich Überreste von Kometen, sehr große Exemplare wohl auch Trümmer zerstörter Planetoiden. Körper, die kleiner als etwa 0,1 mm im Durchmesser sind, werden als Mikrometeoriten bezeichnet, wobei Masseteilchen von nur wenigen tausendstel Millimeter Durchmesser den meteoritischen Staub (kosmischen Staub) bilden. Letztere ergeben keine merkliche Meteorerscheinung.

Die nicht verdampften Überreste großer M. erreichen als einzelnes größeres Stück, meist aber infolge Zerplatzen in mehreren (bis zu vielen Tausend) kleineren Zerfallsstücken über weite Gebiete verstreut als Meteoritenschauer die Erdoberfläche. Hier werden sie je nach Bodenbeschaffenheit beim Aufschlag zertrümmert oder sie dringen in das Erdreich ein. Die Eindringtiefe ist meist kleiner als 1 m, jedoch hat man auch sehr viel tiefere Meteoritenkrater (Astrobleme), mit Tiefen von über 100 m und Durchmessern bis zu mehr als 1 km gefunden; zu ihnen gehört der Meteor Crater in Arizona, USA, mit 1 200 m Durchmesser und 170 m Tiefe. Diese sind auf den Einschlag von sehr großen M. zurückzuführen, die beim Aufprall explosionsartig verdampft sind. Derartige Riesenmeteoriten (Masse weit über 1 000 t) richten auch bei vorhergehendem Zerplatzen in großer Höhe noch großflächige Zerstörungen an.

Die Zahl der jährlich auf die gesamte Erdoberfläche niederfallenden M. wird auf fast 20 000 geschätzt, wovon weniger als 10 zur wissenschaftlichen Untersuchung gelangen. Der größte bisher entdeckte M. ist ein bei Grootfontein in Namibia entdeckter Eisenblock von 54 t Gewicht. Die aufgefundenen M., zu denen auch der Hadschar in der Kaaba von Mekka gehört, sind völlig unregelmäßig geformte, von einer schwarzen, meist weniger als 1 mm dicken Schmelzrinde umgebene Gesteins- oder Nickeleisenkörper. An den Meteoritenfällen sind Steinmeteoriten mit 94 %, Eisenmeteoriten mit 5 %, Zwischenformen mit 1 % beteiligt, wobei aber Eisenmeteoriten im Durchschnitt erheblich größer (gewichtsmäßiger Anteil 64 %) als Steinmeteoriten (Gewichtsanteil 33 %) sind. Steinmeteoriten (Meteorsteine) bestehen überwiegend aus Silikaten; sie enthalten im Mittel 42 % Sauerstoff, 20,6 % Silicium, 15,8 % Magnesium, 15,6 % Eisen. Eisenmeteoriten (Nickeleisenmeteoriten, Siderite) bestehen überwiegend aus meteoritischem Eisen, ein nur in M. vorkommendes Nickeleisen, das 6-12 % Nickel und bis zu 0,5 % Kobalt und Spuren anderer Elemente enthält. Stein-Eisen-Meteoriten sind solche, bei denen [tropfenartige] Steine in Eisen eingebettet sind oder umgekehrt.

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