Magma

Magma ist die glühend flüssige, überwiegend silikatische Schmelze der Erdtiefe. Ihre Erstarrungsprodukte sind die magmatischen Gesteine. Man unterscheidet die sich an oder nahe der Erdoberfläche auswirkenden Erscheinungen des Vulkanismus von den sich in größerer Erdtiefe abspielenden Vorgängen des Plutonismus; zwischen beiden lässt sich jedoch keine scharfe Grenze ziehen.

Die ursprüngliche Zusammensetzung des M. kann man nur aus den Erstarrungsprodukten erschließen. Den Hauptanteil haben die schwer flüchtigen Bestandteile, v. a. die Oxide von Silicium, Aluminium, Eisen, Calcium, Natrium und Kalium; daneben sind in geringerer Menge meist auch Titan-, Mangan- und Phosphoroxide vorhanden. Die schwer flüchtigen Bestandteile bleiben größtenteils in den magmatischen Gesteinen erhalten. Die leicht flüchtigen Bestandteile bestehen v. a. aus Wasserstoff und Wasser, Kohlenmonoxid und -dioxid, Methan, Stickstoff und Ammoniak, Schwefel, Schwefeldioxid und -wasserstoff, Kohlenoxidsulfid, Chlor und Chlorwasserstoff, Fluor und Fluorwasserstoff sowie Argon; sie werden bei vulkanischen Ausbrüchen von den schwer flüchtigen Bestandteilen getrennt: Während diese als Lava ausfließen und erstarren, entweichen die leicht flüchtigen Bestandteile größtenteils als Gase und Dämpfe in die Atmosphäre; im Übrigen werden sie in Gesteinsporen eingeschlossen oder in Minerale eingebaut. Die Temperatur des M. wurde v. a. beim Ausfließen basischer Laven gemessen: an den Ausflussstellen liegen die Werte um 1 200 °C, bei sauren Magmen wohl niedriger. Über die Magmen im Erdmantel lassen sich nur aus experimentellen Ergebnissen Angaben machen; danach bilden sich granitische Schmelzen bei hohem Druck schon unter 700 °C.

Unter den Erstarrungsprodukten herrschen zwei Gesteinsarten vor, bei den Tiefengesteinen die Granite und bei den Ergussgesteinen die Basalte. Da die Granite aus sauren Magmen, die Basalte aus basischen Magmen entstanden sind, ist Plutonismus meist mit sauren Magmen verbunden, der Vulkanismus mit basischen Magmen. Man nimmt an, dass das basaltische M. aus größerer Tiefe, d. h. aus dem Erdmantel, stammt; von hier kann es, da unter hohem Druck stehend, durch tief reichende Spaltenbildung und damit verbundene Druckentlastung aktiviert und zur Erdoberfläche gefördert werden. Das granitische M. dagegen ist überwiegend durch Wiederaufschmelzen (Anatexis) von Sediment- und metamorphen Gesteinen entstanden.

Duden dictionaries

Lexikon in Zusammenarbeit mit

Zur Redakteursansicht
loading content