Anbindung an die Richtlinien/Zielgruppe

Die vorgelegte Unterrichtseinheit ist in erster Linie für den Einsatz in der Sekundarstufe II geeignet. Nach entsprechender Vereinfachung der Arbeitsblätter und Arbeitsaufträge könnte – je nach Leistungsstand der Schüler - auch eine Durchführung in den Klassenstufen 9 und 10 des Gymnasiums möglich sein.

Der Zeitbedarf beträgt 90 Minuten (2 UE). Sind im Stundenplan nur 45-Einheiten vorgesehen, sollte die schulische Auseinandersetzung mit dem Thema nach der ersten Erarbeitungsphase und dem anschließenden Zusammentragen und Sichern der Ergebnisse beendet werden. Eine Hausaufgabe entfällt in diesem Fall. Die vorgesehene Problemfindungsphase II kommt dann als Unterrichtseinstieg in der folgenden Stunde zum Einsatz. Anschließend geht der Unterricht dann mit den Arbeitsblättern 2a und b und den Begleitinformationen 2 weiter.

Hinweis: Die Unterrichtsstunde ist nur dann in der vorgesehenen Form durchführbar, wenn mindestens ein Internetanschluss im Kurs- oder Klassenraum zur Verfügung steht. Ist dies nicht der Fall, müsste das Arbeitsblatt 1 gegebenenfalls um zusätzliche Informationen zur Republik Komi ergänzt werden.

Lehrplankonformität
Konkrete Hinweise für den Einsatz der vorgelegten Stunde beziehungsweise der Unterrichtsreihe in der Schule finden sich in (fast) allen Richtlinien und Lehrplänen der Bundesländer für das Fach Erdkunde:

Beispiel Nordrhein-Westfalen:
“Raumstrukturen und raumwirksame Prozesse im Spannungsfeld von Aktionen und Konflikten sozialer Gruppen, Staaten und Kulturgemeinschaften“: Dies ist der Schwerpunkt des Inhaltsfelds 2 der Richtlinien für die Sekundarstufe II in NRW. Laut Lehrplan geht es darum, die räumlichen Voraussetzungen, Bedingungen und Auswirkungen eines Handelns zu erfassen, „das sich aus dem Wechselspiel zwischen Raum und Gesellschaft unter dem Einfluss kulturell geprägter Lebensformen ergibt“.

Die Schüler sollen „unterschiedliche Verhaltensweisen, Raumwahrnehmungen und -bewertungen von sozialen Gruppen, Staaten und Kulturgemeinschaften als Grundlage für raumgestaltende Entscheidungen erkennen, die damit verbundenen verschiedenen Weltbilder reflektieren und einen eigenen Beitrag für das friedliche Zusammenleben leisten.“ Hierzu könnte die vorgelegte Schulstunde einen entscheiden Beitrag leisten.

Die geplante Unterrichtseinheit würde aber auch zum Inhaltsfeld I „Raumstrukturen und raumwirksame Prozesse in der Wechselwirkung von natürlichen Systemen und Eingriffen des Menschen“ passen.

Beispiel Sachsen:
Der sächsische Lehrplan für das Gymnasium im Fach Erdkunde sieht in der Jahrgangsstufe 12.1 das Thema „Nutzung und Nutzungsprobleme in ausgewählten Landschaften der Erde“ vor. Ziel ist es, in diesem Zusammenhang unter anderem die Folgen der Inanspruchnahme der Landschaft durch den Menschen kennen zu lernen.

Beispiel Hessen:
Europa, Russland und die USA stehen nach den Hessischen Richtlinien für den Bildungsgang Gymnasium im Mittelpunkt des Unterrichts der Jahrgangsstufe 12.2. Im Grund- und Leistungskurs soll es um industriewirtschaftliche Großräume und ausgehend von aktuellen Problemstellungen um eine fragengeleitete Raumanalyse gehen. Inhalte sind unter anderem: Landnutzung, industrielle und landwirtschaftliche Rohstoffe, regionale Disparitäten und politische Integration.

Die Schüler sollen dabei erkennen, dass der Raum der ehemaligen Sowjetunion mit Russland und den GUS-Staaten vielfältige nationale, ethnische, regionale Sonderinteressen und schwelende Konflikte offenbart. In der geplanten Unterrichtsstunde können die Schüler, wie vom Lehrplan gefordert, anhand eines konkreten Beispiels das Rohstoffpotenzial und die Nutzung des Raumes analysieren und die ökologischen und politisch/ethnischen Konsequenzen untersuchen.

Beispiel Bayern:
“USA/Kanada – Sowjetunion/Nachfolgestaaten: Großräume im Vergleich“ ist laut dem Fachlehrplan für Erdkunde für das bayerische Gymnasium eines der wichtigsten Unterrichtsthemen in der Sekundarstufe II. In der Jahrgangsstufe 12 sind dabei sowohl im Grund- als auch im Leistungskurs die Erschließung und Nutzung der Großräume und speziell geoökologische Probleme sowie Nutzungskonflikte zu behandeln. Der Unterricht soll dabei am „Beispiel von Maßnahmen zur Erschließung von Neuland, Rohstoffen und Wasserressourcen“ erfolgen.

Durch den Einsatz der vorgelegten Schulstunde können sich die Schüler, wie in den Richtlinien gefordert, beispielsweise der Umweltproblematik bewusst werden, „die bei nicht angepasster Nutzung von Großräumen entstanden sind beziehungsweise entstehen.“

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