Didaktisch-methodischer Kommentar

Die vorgelegte Stunde ist die Starteinheit einer ausführlichen Unterrichtsreihe im Fach Geographie zum Schwerpunktthema „Anthropogen bedingte Klimaveränderungen“.

Nach dem geplanten Unterricht und der ausführlichen Besprechung der Hausaufgaben – die als eine Art „Appetizer“ für die Auseinandersetzung mit dem Thema dienen – müsste es mit der detaillierten Erarbeitung der wichtigsten Inhalte zum Klimawandel weitergehen. Dazu gehören unter anderem der natürliche und menschengemachte Treibhauseffekt, Möglichkeiten und Grenzen von Klimamodellen und Klimasimulationen, Folgen der globalen Erwärmung für Mensch und Natur und die Gegenmaßnahmen (Klimaschutz, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz etc.).

Auch die internationale Zusammenarbeit beim Klimaschutz (Klimaschutzabkommen, Erfolg oder Misserfolg des Kyoto-Protokolls, der Streit um das Kyoto-Folgeabkommen) sollten im Rahmen der schulischen Auseinandersetzung eine entscheidende Rolle spielen.

Darüberhinaus könnte gegen Ende der Unterrichtsreihe ein Projekt die schulische Auseinandersetzung mit dem Thema sinnvoll ergänzen: Eine Meinungsumfrage zum Thema Klimawandel und -schutz. Die Schüler sollen dabei sowohl den nötigen Fragebogen im Diskurs mit den Mitschülern selbstständig entwickeln, als auch die Befragung und die Auswertung der Interviews ohne Lehrerhilfe durchführen.

Als Zielgruppen für die Interview-Aktion bieten sich das Lehrerkollegium, die Mitschüler aus den anderen Kursen beziehungsweise Klassenstufen (ab einem bestimmten, festzulegenden Alter) oder der „Normalbürger“ (Befragungen in der Fußgängerzone etc.) an.

Animation als Erkenntnishilfe
Ziel des Unterrichtseinstiegs ist es, die Schüler auf anspruchsvolle und zugleich motivierende und anschauliche Weise an das Thema Klimawandel heranzuführen. Deshalb beginnt die Stunde mit der (mehrfachen) Vorführung einer NASA-Animation zur globalen Erwärmung zwischen 1884 und 2006.

Die Schüler sollen sich danach zunächst spontan zum Gesehenen äußern. Anschließend geht es darum, auf der Basis ihres Vorwissens die wichtigsten Aussagen der Animation im Unterrichtsgespräch zu erarbeiten und ansatzweise zu bewerten.

Schon in dieser frühen Unterrichtsphase geht es dabei um ein wichtiges Lernziel: Die Schüler sollen erkennen, dass sich die Oberfläche der Erde in den letzten gut 100 Jahren bereits deutlich erwärmt hat. Dies ist ein idealer Ansatzpunkt um die Kursteilnehmer anschließend selbstständig Hypothesen zur zukünftigen Entwicklung entwickeln zu lassen.

Bereits hier können aber auch große Meinungsverschiedenheiten zwischen den Schülern bezüglich der globalen Erwärmung und ihren Ursachen deutlich werden. Der Lehrer muss dann mit viel Fingerspitzengefühl entscheiden, wann es Sinn macht, die Diskussion laufen zu lassen oder das Gespräch zu unterbrechen, um die weiteren Unterrichtsziele der Stunde nicht zu gefährden.

Lernen an Stationen
Die folgende Phase steht ganz im Zeichen des offenen Unterrichts und speziell des Lernens an Stationen. Das Thema der Stunde wird dazu in drei in sich abgeschlossene, selbstständig zu bearbeitende Teilgebiete untergliedert („Klimawandel weltweit“, „Klimawandel in Deutschland“ und „Spielen für den Klimaschutz“). Die Inhalte an den verschiedenen Stationen stehen aber in einem sachlogischen Zusammenhang zueinander.

Um nun ein „Kreislaufsystem“ bei der Erarbeitung in Gang zu bringen, wird der Kurs/die Klasse ebenfalls in Teams aufgeteilt. Jede Gruppe beginnt an einer jeweils anderen Station mit der Arbeit und wechselt dann selbstständig oder nach einer festgelegten Zeit (circa 15 Minuten) zur nächsten Station - und damit zum nächsten Themenschwerpunkt. Dies geht solange bis alle Teams alle Stationen erfolgreich durchlaufen haben.

Übergeordnete Ziele dieser Phase sind die Förderung des selbständigen und selbstgesteuerten Lernens beziehungsweise Wissenserwerbs und die Verbesserung der Sozial- (gegenseitige Unterstützung bei Problemlösung und Aufgabenbewältigung, Partnerkontrolle, Teamarbeit) und der Methodenkompetenz (Einsatz unterschiedlicher Techniken sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten an den verschiedenen Stationen).