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- BIOTREE
Ein Langzeit-Experiment zu Biodiversität und Prozessen in Wäldern und Ökosystemen - BIODEPTH
Aus dem europäischen Forschungsmagazin FTE - England-Zieher bleiben unter sich
Neue Zugroute bringt Mönchsgrasmückenpopulation Fitnessvorteil - Der Vogelzug als Modell der Evolutions- und Biodiversitätsforschung
Artikel in der Neuen Züricher Zeitung vom 23. Januar 2008 - Zugvögel können dem Klimawandel nur begrenzt folgen
Warum Leben auf Biodiversität setzt
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Sollten sich die Temperaturen in unseren Breiten in den kommenden Jahrzehnten infolge des Treibhauseffekts tatsächlich um mehrere Grad Celsius erhöhen, so erwarten die Forscher, dass zahlreiche Arten, die heute Teilzieher sind, nahezu ausschließlich oder gänzlich zu Standvögeln werden – wie mittlerweile die Amselpopulationen am Niederrhein.
Die Vorteile des Überwinterns vor Ort liegen auf der Hand: Die Vögel können ihre Reviere frühzeitiger besetzen und haben dabei die Auswahl unter den besten Territorien; ein vorgezogener Brutbeginn erhöht die Chancen für Ersatz- und Zweitbruten. Zudem sinkt infolge milderer Winter die Sterblichkeitsrate. Wärmeres Klima würde also die Standvogelpopulationen stark anwachsen lassen. Eine große Zahl von Standvögeln könnte sich somit zusätzlich neue ökologische Nischen erschließen und sich weit mehr flächendeckend ansiedeln als gegenwärtig.
Das brächte allerdings große Probleme für unsere Zugvögel mit sich. Umfangreiche Untersuchungen in England haben gezeigt, dass Zugvögel in ihrer Siedlungsdichte und ihrer Populationsentwicklung direkt von der Populationsstärke der in ihrem Brutgebiet lebenden Standvögel abhängig sind. Besonders die spät heimkehrenden Langstreckenzieher können nur jene Lebensräume besetzen, die ihnen Standvögel und früher heimkehrende Arten frei lassen. Für Garten- und Mönchsgrasmücke ist dieser Zusammenhang direkt experimentell nachgewiesen: Wurden in einem Versuchsgebiet Mönchsgrasmücken (die wesentlich früher heimkehren) zur Zeit der Ankunft der Gartengrasmücken weggefangen, dann siedelten sich dort weit mehr Gartengrasmücken an als normalerweise (Gartengrasmücken werden von den sehr aggressiven Mönchsgrasmücken oft direkt vertrieben).
Die Klimaerwärmung – so die Prognose der Ornithologen – könnte Langstreckenzieher allmählich aus unserer heimischen Vogelwelt verdrängen. Sollte es etwa den Afrikaziehern gelingen, bereits im Mittelmeerraum zu überwintern, könnten sie u. a. aufgrund kürzerer Zugstrecken die Bestandseinbußen möglicherweise wieder ausgleichen. Ansätze dazu gibt es bereits: So überwintern inzwischen mehr als 15 Vogelarten, die zuvor ausschließlich in Zentral- und Südafrika das Winterhalbjahr verbracht haben in kleiner, aber steigender Zahl im Mittelmeerraum. Dazu gehören auch unsere Mehlschwalben und Weißstörche.