Kapitel
- Gefährliche Vulkane: Der Vesuv in Italien
- Gefährliche Vulkane: Der Merapie in Zentraljava
- Black Smoker - Kaminschlote am Meeresgrund
- Gefährliche Vulkane: Der Unzen in Japan
- Gefährliche Vulkane: Der Pinatubo auf den Philippinen
- Gefährliche Vulkane: Der Colima und der Popocatepetl in Mexiko
- Gefährliche Vulkane: Der Nyiragongo im Kongo
- Interview mit Jonathan Snow vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz
- Vulkanüberwachung
weiterführende Links
Service
Zum Thema
Vulkanüberwachung
Eine Viertelmillion Menschen sind während der letzten 500 Jahre bei Vulkanausbrüchen ums Leben gekommen. Heute ist die Gefahr in vielen Gebieten erheblich gestiegen; denn gerade in den Entwicklungsländern haben Bevölkerungswachstum und Bevölkerungsdruck Hochrisikovulkane zu dicht besiedelten Zentren gemacht. Beispiel: der Merapi in Zentraljava - fast zwei Millionen Menschen leben hier in der engeren Gefahrenzone.
Seine systematische Überwachung begann schon in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die damalige holländische Kolonialregierung erbaute fünf Beobachtungsstationen an den Flanken des Vulkans. Auch heute kontrollieren Observatoren den Aktivitätszustand des Vulkans rund um die Uhr und leiten jede Information über Veränderungen weiter. Seit Beginn der achtziger Jahre wird das Beobachtungsnetz im Rahmen internationaler Kooperationen mit Forschergruppen aus Deutschland, Frankreich, den USA und Japan ausgebaut.
Nach wie vor ist die Vorhersage kommender Ausbrüche äußerst schwierig. Sie fußt auf der Erkennung der Vorläuferphänomene, wie vulkanische Beben, die den Druck und den Aufstieg des Magmas anzeigen und mit dem Seismometer erfasst werden. Zu den bekanntesten seismischen Phänomenen an Vulkanen zählen gleichmäßig lang anhaltende Vibrationen, die auch als „Tremor“ bezeichnet werden. Ihre Herkunft wird zur Zeit noch kontrovers diskutiert; als wahrscheinlichste Ursache gelten Schwingungen der Magmasäule in den Gängen und Schloten des Vulkans, ähnlich den Geräuschen in den Rohren einer Heizungsanlage.
Ein anderer Typus sind Beben mit sehr komplexen Seismogrammen, die kürzlich als sehr flache Beben direkt unter dem Gipfel des Merapi identifiziert werden konnten. Sie dürften in engem Zusammenhang mit dem Wachstum des Lavadoms stehen; möglicherweise werden sie durch das Reißen der spröden Außenhaut des Doms hervorgerufen.
Das zur Erdoberfläche drängende Magma lässt in vielen Fällen einen Vulkan messbar anschwellen. Mit exakter Entfernungsmessung zwischen zwei Beobachtungspunkten, die heute mit großer Genauigkeit durch den Einsatz von Laserstrahlgeräten durchführbar sind, und mithilfe von Neigungsmessern, so genannten Tiltmetern, können diese Deformationen ermittelt werden. Der Magmenaufstieg kann sich auch durch deutliche Temperaturerhöhungen anzeigen, die sich durch Infrarotmessungen sogar vom Satelliten aus nachweisen lassen.
Wichtige Informationen liefern auch die vulkanischen Gasaustritte, die Fumarolen und Solfataren. Am Merapi ist es den Wissenschaftlern dank neuer, robuster Gaschromatographen gelungen, die Zusammensetzung und Temperatur fumarolischer Gase am Gipfel kontinuierlich zu bestimmen.