weiterführende Links
- Eine Frage des Klimas
Bei ihren Untersuchungen zu den Auswirkung von Schwebstoffen auf das Klima nehmen die Forscher des MPI für Chemie brennende Wälder in Südamerika und Asien ins Visier. - Atemtest am Regenwald
Forscher des MPI für Chemie auf Expedition im Amazonasgebiet
Spiel mit dem Feuer
Firefighters im Netz
Mithilfe von Satellitendaten werden täglich Lagebilder (hier von Borneo) erstellt, die Waldbrände und Landnutzungsfeuer (rote Punkte) zeigen.
1998 gründeten die Mainzer Feuerökologen an einer Außenstelle der Universität Freiburg das Zentrum für Globale Feuerüberwachung (Global Fire Monitoring Center - GFMC). Um große Vegetationsbrände weltweit noch genauer analysieren zu können und um den Katastrophenschutz zu verbessern, sammeln Goldammer und seine Kollegen seitdem täglich entsprechende Satellitendaten. Sie entschlüsseln die Daten und erstellen daraus Landkarten, die genau zeigen, wo es gerade brennt. Diese Karten werden mehrfach pro Woche aktualisiert, archiviert und ins Internet gestellt. Damit entsteht das erste weltweite Archiv für Feuerdaten, das nicht nur von Wissenschaftlern eifrig genutzt wird.
Kurz nach Gründung des GFMC erhielt Johann Georg Goldammer beispielsweise einen Anruf aus Äthiopien. Der Landwirtschaftminister schilderte ihm, dass nach drei Jahren Dürre im Süden des Landes große Feuer ausgebrochen und außer Kontrolle geraten seien, und er bat den Experten um Rat bei der Bekämpfung. Nach einer Lagebeurteilung vor Ort und einem Aufruf an sachkundige Kollegen und Dienststellen in aller Welt koordinierte Goldammer den Einsatz von zeitweise knapp 80.000 Firefighters – vor allem äthiopische Soldaten, Studenten und Bewohner der betroffenen Dörfer. Über das Internet informierte das "globale Lagezentrum" die Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit täglich über die aktuelle Situation vor Ort.
Das Ergebnis: Bereits nach einem Monat waren die Feuer unter Kontrolle. Mittlerweile haben auch die Vereinten Nationen die Notwendigkeit erkannt, große Feuerkatastrophen in den Ländern, die keine oder nur beschränkte eigene Kapazitäten zur Verfügung haben, mit internationaler Unterstützung zu bekämpfen. Zum Internationalen Tag für Katastrophenvorsorge wurde das GFMC jetzt von der UN mit einem Preis ausgezeichnet.
GEOMAX Ausgabe 3, Winter 2001; Autorin: Ute Hänsler