Kapitel
- Gefährliche Vulkane: Der Vesuv in Italien
- Gefährliche Vulkane: Der Merapie in Zentraljava
- Black Smoker - Kaminschlote am Meeresgrund
- Gefährliche Vulkane: Der Unzen in Japan
- Gefährliche Vulkane: Der Pinatubo auf den Philippinen
- Gefährliche Vulkane: Der Colima und der Popocatepetl in Mexiko
- Gefährliche Vulkane: Der Nyiragongo im Kongo
- Interview mit Jonathan Snow vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz
- Vulkanüberwachung
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Zum Thema
Gefährliche Vulkane: Der Unzen in Japan
In der Chronik großer Vulkankatastrophen erscheint der 1500 Meter hohe Unzen auf Kyushu, der Südinsel Japans, erstmals 1792. Eine gewaltige Trümmerlawine brach damals von einem Lavadom ab und begrub mehrere Ortschaften unter sich. Beim Eintritt der Lawine ins Meer entstanden riesige Flutwellen. Über 15.000 Menschen kamen ums Leben.
Fast 200 Jahre lang dauerte die völlige Ruhe des Vulkans. Während des Sommers 1990 jedoch wurde dort eine Häufung von Erdbeben registriert, und im November erfolgten die ersten Ascheeruptionen. Es handelte sich dabei zunächst um Dampfexplosionen, so genannte phreatische Eruptionen, ohne magmatisches Material, die 300 bis 400 Meter Höhe erreichten. Diese hielten mit Unterbrechungen bis zum Frühjahr 1991 an. Im Mai brach die Lava zur Oberfläche durch. Dabei entstanden gefährliche Glutwolken, die mit großer Geschwindigkeit die Talrinnen des Vulkans herunterrollten. Rund 12.000 Menschen konnten rechtzeitig evakuiert werden.
Am 3. Juni 1991 überrollte eine Glutwolke mit etwa 100 Stundenkilometern einen Bezirk der evakuierten Stadt Kita-Kimatake. In der Roten Zone hatten sich japanische Journalisten und einige lokale Einwohner, Polizisten und Feuerwehrmänner aufgehalten. 43 von ihnen kostete dieser unerwartete pyroklastische Strom das Leben; darunter auch die beiden bekannten Vulkanologen Katja und Maurice Krafft. Diese gewaltigen Glutwolken, die der Berg völlig unberechenbar mit oft mehr als 500 Kilometern in der Stunde hervorstößt und die sich bis zu 50 Kilometer weit ausdehnen können, werden von den Japanern am meisten gefürchtet.