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Methode

Satelliten-Telemetrie in der Vogelforschung


Forscher der Vogelwarte Radolfzell versehen einen Storch mit einem Sender.

Die Satelliten-Telemetrie ermöglicht es Vogelforschern (Ornithologen), wie z.B. den Wissenschaftlern von der Vogelwarte in Radolfzell, die Wanderrouten und Aufenthaltsorte von Zugvögeln zu bestimmen. Mit dieser Technik können sie mittlerweile schon mehr als 50 Vogelarten weltweit, darunter Adler, Geier, Kraniche, Störche, Sturmtaucher, Schwäne oder Gänse, permanent beobachten. Dazu werden die Vögel mit kleinen Sendern ausgestattet. Diese wiegen derzeit 18 bis 60 Gramm. Ein Sender mit einem Gewicht von 35 Gramm macht bei einem Storch nur etwa ein Prozent seines Körpergewichts aus und beeinträchtigt ihn damit überhaupt nicht. Die Tiere tragen die kleinen kästchenförmigen Sender mit einem Mini-Rucksack aus Teflonbändern. Strom erhalten sie durch eine Batterie oder über Solarzellen. Die herausstehende Antenne putzen die Störche wie ihre Federn. Der Sender gibt pro Minute einen Impuls ab. Dieses Signal wird von einem von fünf Satelliten, die die Erde in einer Höhe von rund 850 Kilometer umkreisen, aufgenommen. In dieser relativ niedrigen Umlaufbahn kann jeder einzelne Satellit aus dem All einen 5000 Kilometer weiten Bereich auf der Erde beobachten.

Die Satelliten-Telemetrie-Technik wird von dem kommerziellen internationalen Kooperationsprogramm „Argos“ (Advanced Research and Global Observation Satellite) zur Verfügung gestellt. Über die Sender erhält man die Koordinaten vom jeweiligen Standort des Vogels und weitere Informationen wie z.B. die Bewegungsaktivität, die Umgebungstemperatur und die Batteriespannung. Der Satellit übermittelt die Daten dann zur Erde, wenn er die nächstgelegene, für die Telemetrie vorgesehene Bodenstation überfliegt. Von dort aus gelangen sie zum Argos-Betriebszentrum in Toulouse und anschließend nach Radolfzell. Wenn alles reibungslos läuft, erhalten die Vogelexperten in Radolfzell die Daten über die Vögel zwei bis acht Stunden nachdem die Sender das Signal losgeschickt haben. Unter optimalen Bedingungen können die Wissenschaftler dann bis auf 150 Meter genau sagen, wo sich der Vogel aufgehalten hat.