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Biopumpen wälzen Klimamodelle um


Algen treiben Blüten: Vor der Küste Norwegens färben die Mikroorganismen das Meer grün.

Die globale Erwärmung lässt sich bisher nur vage vorhersagen – nicht zuletzt deshalb, weil die Forscher das Zusammenspiel der unzähligen Klimafaktoren immer noch nicht vollkommen durchschaut haben. Am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena arbeiten Wissenschaftler um Martin Heimann derzeit an einem neuen Rechenmodell: Es soll vor allem besser als bisher beschreiben, wie die Lebewesen der Ozeane den Kohlendioxidhaushalt beeinflussen.

Es müssen keine Naturkatastrophen sein, die mit Wirbelstürmen oder Überschwemmungen zu Fanalen des weltweiten Klimawandels werden. Auch stille Boten zeugen von den Veränderungen: Bäume, die im Schnitt ein paar Wochen früher blühen als noch vor wenigen Jahrzehnten. Oder Tiere, die ihren Lebensraum langsam nordwärts verlagern. Mitverantwortlich für die Klimaveränderung ist der Mensch, der seit Beginn der Industrialisierung unter anderem zunehmend fossile Brennstoffe verfeuert und dadurch für einen Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre sorgt.

Insgesamt ist die weltweite Durchschnittstemperatur seit Ende des 19. Jahrhunderts um gut ein halbes Grad Celsius gestiegen. Experten rechnen in Zukunft mit wesentlich drastischeren Veränderungen. Wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht massiv verringert wird, nimmt die Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um 1,5 bis 6 Grad Celsius zu, so die Prognose des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).

Solche Vorhersagen sind bislang allerdings relativ ungenau. Unter anderem deshalb, weil die Forscher noch nicht genug über einzelne Klimafaktoren und ihre Wechselwirkungen untereinander wissen. Immerhin: Seit vielen Jahren sind sie davon überzeugt, dass die Ozeane entscheidenden Einfluss auf das weltweite Klimageschehen haben. Aber auch hier müssen sie noch viele Unbekannte in Kauf nehmen, etwa den Einfluss, den die Lebewesen in den Weltmeeren auf den Kohlendioxid-Haushalt ausüben. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena arbeiten nun seit fünf Jahren am Dynamic Green Ocean Model (DGOM) – einem Modell, das neben den chemischen und physikalischen Zusammenhängen auch die Rolle der Biomasse in den Ozeanen berücksichtigt.

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