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Vom Lebenswandel der Sterne
Das Weltraumteleskop Hubble fotografierte die Oberfläche des Sterns Beteigeuze (oben) in der linken Schulter des Himmelsjägers Orion (rechts).
Es kann noch heute geschehen oder in tausend Jahren. In jedem Fall wäre es eines der sensationellsten Schauspiele aller Zeiten. Plötzlich würde Orions linke Schulter zu strahlen beginnen – mit der hundertfachen Helligkeit des Vollmonds und für einige Wochen sogar am Taghimmel sichtbar. Nicht nur die Medien würden verrückt spielen, sondern auch die Laser auf einem Feld in Ruthe bei Hannover: Die sensiblen Detektoren von GEO600 würden anzeigen, dass Einstein wieder einmal Recht behalten hat. Dass Gravitationswellen tatsächlich existieren.
Noch ist es nicht soweit, noch blinkt im Sternbild Orion ein rötliches Lichtpünktchen namens Beteigeuze, was sich vom Arabischen Bed El-Geuze ableitet und soviel heißt wie „Achselhöhle“. In einer klaren Winternacht lässt sich Beteigeuze mit bloßem Auge leicht finden. Fliegen wir einmal in Gedanken zu dem rund 420 Lichtjahre entfernten Stern. Schon von Weitem sehen wir eine rötliche, diffuse und nach außen nicht scharf begrenzte Oberfläche mit gewaltigen Dimensionen: Beteigeuze ist eine Mega-Kugel. Ihr Durchmesser entspricht etwa dem 700fachen unserer Sonne. An deren Ort gerückt, fänden die Bahnen von Merkur, Venus, Erde und Mars in dem Gasballon bequem Platz. Außerdem strahlt Beteigeuze so hell wie 14.000 unserer Sonnen. Damit zählt sie zu den größten und leuchtkräftigsten Sternen am irdischen Himmel. Beteigeuze gilt als Roter Überriese. Als Supernova, wie oben beschrieben, ist sie noch nicht explodiert. Aber die Astronomen handeln sie als heiße Kandidatin. Warum?