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Was unser Urahn im Kopf hatte


Jean-Jaques Hublin mit dem Schädel des Mojokerto-Kindes

Der Mensch weist gegenüber allen anderen Primaten eine Besonderheit auf: Sein Nachwuchs durchlebt eine ausgeprägte Kindheit und Jugend. Dieses Phänomen ist in der Menschheitsgeschichte noch jung wie die Forscher um Jean-Jacques Hublin, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, herausgefunden haben. Die Wissenschaftler haben den einzigen bekannten, etwa 1,8 Millionen Jahre alten Kinderschädel unseres direkten Vorfahren Homo erectus unter die Lupe genommen.

Der Schädel des so genannten Mojokerto-Kindes wurde im Jahr 1936 von einem Ausgrabungsteam um den deutschen Anthropologen Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald in der Mojokerto-Region auf Java in Indonesien entdeckt. Koenigswald war Angestellter beim Niederländischen Geologischen Dienst und hatte den Auftrag, fossile Säugetiere zu identifizieren, zu beschreiben und auf dieser Grundlage eine stratigraphische Einteilung des Pleistozäns zu erarbeiten.


Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald hatte den Auftrag, fossile Säugetiere zu identifizieren und zu beschreiben.

Wie sich der Reifezyklus des Hirns in der Evolution der Menschheit gewandelt hat, belegen Analysen von Zahnmaterial: Das für den modernen Homo sapiens typische Wachstumsmuster mit einer langen Jugendphase hat sich erst relativ spät in der menschlichen Entwicklungsgeschichte herausgebildet. Aus dem Wachstumsmuster der Zähne von Homo erectus lässt sich schließen, dass der Reifeprozess damals schneller ablief als beim heutigen Menschen. Offen blieb jedoch die Frage, wie es sich mit dem Gehirnwachstum des Homo erectus verhielt. Reifte dessen Gehirn nach der Geburt noch ebenso lang wie bei Homo sapiens?

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