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Wie Mütter ihren Nachwuchs für die Zukunft wappnen

Wasserflöhe (Daphnien) gehören zu den häufigsten Krebstieren in stehenden Gewässern. In Tümpel, Teich, Weiher und See ernähren sie sich von Plankton-Algen und dienen selber den räuberisch lebenden Organismen der Gewässer als Nahrung. Kurzum: Aus dem Nahrungsnetz dieser aquatischen Ökosysteme sind sie nicht wegzudenken. Ihr Erfolg, sich hier zu behaupten, beruht dabei vor allem auf ihrer Fortpflanzungsweise.

Daphnien pflanzen sich in der Regel eingeschlechtlich fort, über Jungfernzeugung (Parthenogenese ). Genetisch betrachtet sind Wasserfloh-Populationen daher ein Klon: das Erbgut der Nachkommen ist mit dem ihrer Mutter identisch. Da Wasserflöhe keine Larvenstadien besitzen, sind die Generationszeiten sehr kurz, und das beschert einer Population entsprechend hohe Wachstumsraten: Innerhalb weniger Wochen kann sie auf über Tausend Individuen anwachsen.

Die meiste Zeit des Jahres findet man bei günstigen Bedingungen in den Gewässern nur weibliche Daphnien, welche ihre befruchteten Eier im Sommer (Sommereier) in einen separaten Brutraum an ihrem Rücken ablegen, 7 bis 12 an der Zahl. Nach ein paar Tagen werden die geschlüpften weiblichen Jungtiere ins Freiwasser entlassen. Diese kleinen Ruderfußkrebse leben dann nur wenige Wochen.


Eine weibliche Daphnie stösst ein sattelförmiges Gebilde ab, das sich über dem Brutraum auf ihrem Rücken gebildet hat. Es enthält zwei Dauereier, die durch zweigeschlechtliche Fortpflanzung entstanden sind.

Bei ungünstigen Umweltbedingungen, z.B. beginnender Austrocknung, Kälte oder Populationsdruck (Nahrungsmangel bei Überbevölkerung), werden allerdings einige Eier umgestimmt: Aus ihnen schlüpfen jetzt die kleineren Männchen. Die weiblichen Wasserflöhe können damit zu bisexueller, also zweigeschlechtlicher Fortpflanzung übergehen. Dabei entsteht über dem Brutraum eines weiblichen Wasserflohs ein sattelförmiges Gebilde (Ephippium), das zwei Dauereier enthält. Diese müssen von den Männchen befruchtet werden und sinken nach der Häutung der Weibchen mit deren leeren Panzerhüllen auf den Boden des Gewässers. Die Dauereier können, wenn ungünstige Umweltbedingungen für Wasserflöhe vorherrschen, viele Jahre in Seesedimenten überleben. Aus ihnen schlüpfen dann wieder stets weibliche Wasserflöhe.

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