Fachwissen Erdkunde Bevölkerung demografischer Wandel


Thematischer Hintergrund

Die Alterspyramide auf den Kopf gestellt - der demografische Wandel in den Industrieländern

Über 6 Milliarden Menschen leben heute auf der Erde. Doch während in den Entwicklungsländern das Bevölkerungswachstum immer bedrohlichere Ausmaße annimmt, ist in vielen Industrieländern schon seit Jahrzehnten eine ganz andere Tendenz zu beobachten: Hier sind die Geburtenzahlen rückläufig.

Wie das Statistische Bundesamt im Jahr 2003 bekanntgegeben hat, wird 2050 bereits jeder Dritte in Deutschland 60 Jahre oder älter sein. Aber aufgrund der äußerst geringen Geburtenraten – jede Frau bringt momentan durchschnittlich nur noch 1,4 Kinder zur Welt – wird die Bevölkerung in Deutschland bis Mitte des 21. Jahrhunderts von jetzt 82,5 auf circa 75 Millionen Einwohner zurückgehen. In vielen Ländern Europas, Nordamerikas oder Asiens ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten.

In Zusammenarbeit mit Historikern, Genetikern und Statistikern versuchen Demografen Antworten auf eine Vielzahl von Fragen zu finden: Welche Faktoren nehmen Einfluss auf Alterungsprozesse bzw. Langlebigkeit? Warum bekommen in den Industrieländern immer weniger Frauen Kinder? Welche Prognosen gibt es für die Bevölkerungsentwicklung in der näheren oder fernen Zukunft? Und welche Gründe gibt es dafür, dass die Welt in Sachen Bevölkerungswachstum zweigeteilt ist? Die Daten sind oft widersprüchlich und interpretationsbedürftig und die Zusammenhänge zu komplex für dauerhafte und allgemeingültige Theorien oder Hypothesen.

Ein Schwerpunkt in der schulischen Auseinandersetzung mit Themen wie Bevölkerungswachstum, Überalterung oder Geburtenrückgang sollte es deshalb sein, die Schüler für die Möglichkeiten und Grenzen von Modellen, Szenarien oder Hochrechnungen in der Demografie und in anderen Forschungsbereichen zu sensibilisieren.