Fachwissen Biologie Ökologie Wechselwirkungen


Thematischer Hintergrund

Clevere Abwehrstrategen - wie Pflanzen ihre Schädlinge austricksen

Giftstachel, ein kräftiges Gebiss oder mit scharfen Krallen besetzte Pfoten – dies sind nur einige der Hilfsmittel mit denen sich Tiere vor Feinden schützen. Doch nicht nur Löwe, Alligator & Co. besitzen solche Abwehrwaffen, auch im Reich der Pflanzen haben Wissenschaftler in den letzten Jahrzehnten viele wirksame Verteidigungsstrategien entdeckt.

Neben Dornen und Stacheln sind es meist chemische Substanzen, die Pflanzen wie eine Art äußeres oder inneres „Schutzschild“ benutzen, um Raupen oder andere Schadorganismen abzuschrecken oder wieder „los zu werden“. Stark klebende Milchsäfte und Drüsenhaare gehören genauso dazu wie Nikotin oder Salicylsäure. Letztere wirken als starke Gifte oder kurbeln die natürliche Immunabwehr der Pflanzen gegen Mikroorganismen an. Welche Methoden im Rahmen der Verteidigung zum Einsatz kommen, variiert von Pflanze zu Pflanze erheblich.

Dass Pflanzen bei der Abwehr von Insekten mit einer verstärkten Bildung von chemischen Abwehrstoffen reagieren oder mithilfe von Duftsignalen über die Luft die „Feinde ihrer Feinde“ alarmieren, ist nicht nur für Ökologen interessant. Ein besseres Verständnis der den Verteidigungsstrategien zugrunde liegenden Prozesse könnte auch den Pflanzenschutz in der Landwirtschaft verbessern. Wissenschaftler haben sich daher zum Ziel gesetzt, diese komplexen Signalketten zu entschlüsseln und die Gene, die an der Synthese, Speicherung, Erkennung und am Stoffwechsel chemischer Signalmoleküle beteiligt sind, zu identifizieren.