Kapitel
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- Begleittexte zu Arbeitsblatt 1 [48,1 kB]
- Lösung zu Arbeitsblatt 2 [13,4 kB]
Thematischer Hintergrund
Hybris oder Heilsbringer? - Der Streit um die Stammzellforschung
Thomas Hunt Morgan war es, der im Jahr 1907 endgültig das Zeitalter der Genforschung einläutete. Bei Züchtungsexperimenten an der Taufliege Drosophila, konnte er zeigen, dass die Gene die Träger der Vererbung sind.
Seitdem haben Wissenschaftler viel über das Erbgut der Lebewesen und speziell die Gene herausgefunden. Einer der Meilensteine der Genforschung in den letzten 100 Jahren war die Entschlüsselung des menschlichen Genoms im Jahr 2000 durch die US-Firma Celera Genomics mit dem Forscher Craig Venter und das Humangenomprojekt, eine Forschungsinitiative, an der 50 Länder mit 1000 Institutionen beteiligt waren.
Seit einigen Jahren steht nun die Stammzell-Forschung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. 1998 war es amerikanischen Forschern erstmals gelungen, embryonale Stammzellen von Menschen zu isolieren. Diese besitzen im Gegensatz zu ausdifferenzierten Zellen nach wie vor die Fähigkeit, sich in jeden nur erdenklichen Zelltyp (Muskel-, Nerven oder Blutzellen) zu entwickeln.
Wissenschaftler hoffen nun, mit ihrer Hilfe beschädigte Organe und Gewebe zu regenerieren und so Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer oder Diabetes heilen zu können. Doch die Herstellung der embryonalen Stammzellen ist ethisch umstritten: Man gewinnt sie zum Beispiel aus überzähligen Embryonen nach künstlichen Befruchtungen oder aus dem Gewebe abgetriebener Föten.
Nicht ganz so brisant ist die Forschung an adulten Stammzellen. Diese sorgen normalerweise in Geweben wie Haut oder Muskel für den Ersatz von defekten oder ausgefallenen Zellen.
Doch längst ist bei der Stammzellforschung nicht mehr alles erlaubt, was „machbar“ ist. Im Jahr 2002 hat der deutsche Bundestag nach langem parteiübergreifenden Streit ein Gesetz verabschiedet, das Möglichkeiten und Grenzen der wissenschaftlichen Forschung festlegt...
Vor dem Hintergrund dieser sehr emotional geführten Diskussion ist es wichtig, die Schüler im Unterricht ausführlich über das aktuelle Thema Stammzellforschung zu informieren. Ziel ist, sie auf der Basis von objektiven Fakten zu einer kompetenten eigenen Meinung über diese „Wissenschaft im ethischen Grenzbereich“ zu befähigen.