Kapitel
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- Begleittexte zu Arbeitsblatt 1 [27,6 kB]
Thematischer Hintergrund
Ionenkanäle - Schleusen für geladene Teilchen
Sie sorgen für die elektrische Aktivität von Nervenzellen, übersetzen physikalische und chemische Sinnesreize in neuronale Signale oder ermöglichen die Kommunikation von Blut- oder Leberzellen – Ionenkanäle spielen bei der Informationsverarbeitung im Organismus eine entscheidende Rolle.
Bis zu eine Million dieser porenbildenden Proteine sind in die Membran jeder einzelnen Zelle eingelagert. Zell- und Neurobiologen kennen heute mehr als 50 verschiedene Kanaltypen, die als Schleusen für geladene Teilchen wie Kalium-, Natrium- oder Chlorid-Ionen dienen.
Mithilfe moderner Untersuchungsmethoden wie der Röntgenstruktur-Analyse haben die Forscher in den letzten Jahren mehr über Aufbau und Funktionsweise dieser Membranporen erfahren. Sie halten damit einen Schlüssel in der Hand, um zahlreiche Lebensprozesse auf zellulärer Ebene besser zu verstehen.
Denn Ionenkanäle besitzen nicht nur eine große Bedeutung für das Nachrichtenwesen im Organismus. Das Wissen darüber, wie die winzigen „Durchgangstore“ arbeiten, hilft beispielsweise auch dabei, medizinische Fragen der Krebsentstehung oder der körpereigenen Antwort auf Herz- und Schlaganfälle zu enträtseln.
Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Ionenkanäle“ im Unterricht kann den Schülern nicht nur spannende Einblicke in die moderne neurophysiologische Forschung vermitteln, sie ermöglicht ihnen auch ein tieferes Verständnis von fundamentalen Funktionsprinzipien des eigenen Körpers.