Fachwissen Biologie Infektionsbiologie Impfstoffforschung


Thematischer Hintergrund

Vom Erreger zum Impfstoff

Durch konsequent durchgeführte Impfprogramme werden jährlich weltweit mehr als 10 Millionen Menschenleben gerettet. Impfungen sind eine der kostengünstigsten medizinischen Maßnahmen. Trotzdem sterben nach wie vor mehr als 13 Millionen Menschen – darunter zahlreiche Kinder - Jahr für Jahr an den Folgen von Infektionskrankheiten. Das Problem: Noch längst nicht gibt es gegen alle Erreger geeignete Impfstoffe. Das Aids-Virus oder der Vogelgrippe-Erreger H5N1 „wehren“ sich nach wie vor erfolgreich gegen die Entwicklung eines Vakzins. Selbst für die 08/15-Erkältung oder eine Zecken-Borreliose haben die Mediziner noch immer keine Immunisierungsmöglichkeit parat.

Und das liegt unter anderem daran, dass sich viele Bakterien und Viren ständig verändern und dabei neue, womöglich aggressivere Formen hervorbringen. Der Versuch der Wissenschaftler, die Abwehr des Menschen auf Angriff zu schalten, ähnelt deshalb häufig dem Wettlauf zwischen Hase und Igel. Immer dann, wenn die Mediziner glauben ein Vakzin gegen einen bestimmten Erreger in der Hand zu haben, gibt es bereits eine neue Spielart in der Natur, die dagegen immun ist.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass gefährliche Mikroorganismen auch immer häufiger Resistenzen gegen Medikamente wie Antibiotika hervorbringen. Die Suche nach neuen Wirk- und Impfstoffen geht deshalb unvermindert weiter...

Angesichts der akuten Bedrohung durch Bakterien und Viren und einer gewissen Impfmüdigkeit bei immer größeren Teilen der Bevölkerung ist es wichtig, im Schulunterricht ausführlich auf das Thema Impfstoffentwicklung einzugehen und die Bedeutung solcher Wirkstoffe für die Gesundheit der Menschen herauszustellen.