Kapitel
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Thematischer Hintergrund
Auf der Suche nach den „menschlichen“ Genen - Vergleich Mensch und Schimpanse
Das Erbgut von Mensch und Schimpanse sind nahezu identisch: Diese Hypothese haben Genetiker und Evolutionsbiologen lange Zeit mit Nachdruck vertreten. Doch mittlerweile ist die Theorie ins Wanken geraten. Ein internationales Wissenschaftler-Team unter Beteiligung der Max-Planck-Institute für molekulare Genetik und für evolutionäre Anthropologie hat vor kurzem das Schimpansen-Chromosom 22 analysiert und mit dem entsprechenden menschlichen Chromosom 21 verglichen.
Dabei haben die Forscher herausgefunden, dass die Unterschiede zwischen Mensch und Schimpanse doch viel größer sind als gedacht. Rund 68.000 längere Basenabschnitte haben die Genetiker ermittelt, die auf dem menschlichen Chromosom hinzugekommen oder verloren gegangen sind. Die Folgen dieser Insertionen und Deletionen sind erheblich: Immerhin 20 Prozent der kodierten Proteine zeigten „wesentliche strukturelle Unterschiede“. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss: „Rechnet man diese Differenzen auf das gesamte Genom hoch, könnten sich Affe und Mensch in mehreren Tausend Genen unterscheiden.“ Dies würde – so die Forscher weiter - die Unterschiede zwischen Mensch und Schimpanse erheblich besser erklären...
Durch den Unterricht in der Sekundarstufe I besitzen die Schüler in der Regel bereits ein erhebliches Vorwissen über die „Evolution des Menschen“ bzw. das Verwandtschaftsverhältnis von Homo sapiens und Affe. Die Auseinandersetzung mit den neuesten Forschungsergebnissen zum Thema trägt dazu bei, dieses Wissen zumindest in Teilbereichen kritisch zu hinterfragen. Die Schüler sollen erkennen, dass biologische Lehrmeinungen nicht immer unbegrenzt gültig sind, sondern anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse korrigiert und durch verbesserte Vorstellungen ersetzt werden können.